Kontakt Ratio

Mensurix 5 und MiniMens Simulator haben den neuen Parameter “Kontakt Ratio”.

Er beschreibt das Verhältnis der Berührdauer des Hammerkopfes mit der Saite gegenüber der Zeit die die Welle benötigt um vom Anschlagspunkt zum Steg und wieder zurückzulaufen.

Wenn diese beiden Zeiten gleich sind, erhält man eine Kontaktratio von 1. Das bedeutet, dass die Hammerrückbewegung mit der Saite synchron geht und damit die größte Energie auf den Grundton übertragen wird. Diese Kontakt Ratio wird sehr starkt beeinflusst von der Saitensteifigkeit und den Filzeigenschaften. Sprünge in der Mensur muss der Intoneur am Filz dann ausgleichen. Wenn eine Mensur auf die Kontaktratio hin ausgeglichen ist, bleibt die klangliche Balance auch bei nachlassender Intonation erhalten.

Die statische Berechnung der Steifgkeit der Saite am Anschlagspunkt (wie man bisher versucht hat eine ausgeglichene Kontaktzeit zu erreichen) korreliert mit der Kontaktzeit nur, wenn an der Mensur die Parameter Saitenanzahl gleich bleibt. Beim Sprung von 2 auf 3 oder von 2 auf 1 Saite verursacht das unterschiedliche Dämpfungsverluste. Deshalb sind statische Berechnungen von Kontaktzeit zu weit entfernt von der realen Situation.

Mit dem dynamischen Modell in Mensurix 5 können jedoch realistische Kontaktzeit-Werte ermittelt werden.

Mit der Referenzgraphik ist es einerseits möglich, 2 verschiedene Instrumente aufgrund der Kontaktratio zueinander klanglich zu klassifizieren.

Die zweite Anwendung ist die Wahl der Saitenstärken an Übergängen. Bei klanglich unausgewogenen Mensuren kann an Übergängen mit der Kontaktratio eine bessere klangliche Balance erreicht werden.

Auf der unteren Graphik ist die Example 1 Kurve von eime Hamburger Flügel (Mensur von 1885) und Example 2 von einem Wiener Flügel (moderne Mensur). Man kann erkennen, dass am Übergang die Kontaktratio nahezu auf einer einer geraden Linie liegt, was eine ausgewogenen Klang auch bei nachlassender Intonation zeigt.

Eine relative Klangklassifizierung kann in Graph 2 (mit dem Hamburger Instrument als graue Kurve in der Referenz) direkt abgelesen werden. So ist beim Hamburger Modell die Kontaktratio im gesamten Bassbereich höher als beim Wiener Instrument, was eine stärkere Grundtonausprägung bewirkt. Beim Wiener Instrument mit der kürzeren Kontaktratio ist der Obertonbereich stärker betont. Das ist keine Qualitätsbeurteilung, sondern eine relative klangliche Klassifizierung. .

 

Die blaue Linie im Graph markiert den Übergang Blanksaiten zu Bassaiten, (auf der Klaviatur der rote Marker)

Graph 1

Graph 2

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